„Kinder und Teenager mit FASD durchs Leben begleiten – Alltagshilfen und Strategien, damit Familien wachsen können“ von Barb Clark

Auszug aus Kapitel 5 „Brücken bauen: Sich von klassichen konsequenzbasierten Ansätzen lösen“

Wie wir erzogen wurden

Die meisten Bezugspersonen erziehen so, wie sie selbst erzogen wurden – ganz gleich, ob sie eine positive Kindheitserinnerung haben oder nicht. Oft versuchen wir in Bereichen, in denen wir den Ansatz unserer Eltern als frustrierend empfanden, anders zu handeln, bleiben aber im Grunde denselben grundlegenden Prinzipien treu. Ich kann mich deutlich daran erinnern, wie ich als Teenager geschworen habe: Ich werde nicht so sein wie meine Eltern. Und doch bin ich hier meinen Eltern in vielerlei Hinsicht so ähnlich.

Die Mehrheit der Eltern weltweit erzieht Kinder mithilfe von Konsequenzen, Strafen und Logik. Logik und FASD gehen jedoch, gelinde gesagt, nicht Hand in Hand. Ich empfinde großes Mitgefühl für Eltern, die erfolgreich neurotypische Kinder großgezogen haben und nun versuchen, dieselben Strategien bei Kindern und Jugendlichen mit FASD oder traumabedingten Beeinträchtigungen des Gehirns anzuwenden. Was früher funktioniert hat, funktioniert jetzt einfach nicht mehr.

Es wird oft gesagt, die Definition von Wahnsinn sei, immer wieder dasselbe zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten. Diesen Teufelskreis sehe ich bei so vielen Familien – und sogar Fachkräften – immer wieder. Die meisten von uns beginnen mit konsequenzbasierten Strategien und viel zu oft halten wir an ihnen fest, lange nachdem sie sich als unwirksam erwiesen haben und sie richten mitunter sogar Schaden an.

Wenn ich über unseren eigenen Weg nachdenke, bin ich immer noch irritiert, warum es so lange gedauert hat, umzudenken. Warum haben wir nicht früher aufgehört, Konsequenzen anzuwenden? Wir dachten, sie würden unserer Tochter beibringen, bestimmte Verhaltensweisen zu unterlassen oder sie motivieren, Dinge wie das Aufräumen ihres Zimmers zu tun. Stattdessen steckten wir in einer endlosen Schleife aus Frustration und emotionaler Distanz fest, während das, was sie wirklich brauchte, etwas völlig anderes war.

Es gibt einige Gründe, warum Eltern von Kindern mit FASD bei traditionellen, konsequenzbasierten Strategien hängen bleiben. Erstens, weil es vertraut ist. Die meisten von uns wurden mit Konsequenzen und Bestrafungen erzogen und es ist immer noch der Standard-Erziehungsansatz für die Mehrheit der Eltern. Diese Strategien funktionieren bei neurotypischen Menschen oft recht gut. Viele Erwachsene blicken auf ihre eigene Erziehung zurück und denken: Ich bin gut geraten, also muss das der richtige Weg sein, Kinder zu erziehen. Diese Denkweise ist besonders häufig bei Adoptiv- und Pflegeeltern, die bereits erfolgreich neurotypische Kinder großgezogen haben. Es hat früher für sie funktioniert, also nehmen sie natürlich an, dass es wieder funktionieren wird.

Zweitens glaube ich, dass wir mit einem angeborenen Instinkt geboren werden, der uns denken lässt, dass Bestrafung eine wirksame Methode ist, jemandem beizubringen, etwas zu lassen. Auf einer oberflächlichen Ebene erscheint dies logisch. Unsere Gesellschaft verstärkt diese Überzeugung durch ihre Strukturen – etwa Bildung, Justizsystem, Arbeitsplatz – die alle auf Konsequenzen als Mittel zur Verhaltensänderung setzen.

Wenn ich an die Jahre zurückdenke, in denen wir bei 
Akila Konsequenzen angewandt haben, oder wenn ich andere Familien dabei beobachte, bin ich fasziniert davon, wie lange wir es immer wieder versucht haben, obwohl es so selten funktionierte hat. Als wir professionelle Hilfe von Therapeut:innen und Ärzt:innen suchten, rieten sie uns oft, noch stärker darauf zu setzen: „Seid konsequenter.“ sagten sie, „Formuliert die Strafen klarer.“ Und wir folgten diesem Rat.

Eines meiner Lieblingszitate stammt von dem Autor und Pädagogen Walter Barbe: „Wenn du einem Kind etwas tausendmal erklärst und es immer noch nicht versteht, dann ist es nicht das Kind, das langsam lernt.“

Ich zitiere dieses Zitat oft – wahrscheinlich bis zu fünfmal pro Woche – wenn ich Familien und Fachkräfte zu FASD schule. Es fasst eine der größten Herausforderungen für Betreuende zusammen: im Hamsterrad der Konsequenzen festzusitzen. Sie versuchen immer wieder den gleichen Ansatz, in der Hoffnung auf ein anderes Ergebnis, aber die Ergebnisse verbessern sich selten.

Einer der Gründe, warum es Familien so schwerfällt, aus diesem Hamsterrad auszusteigen, ist, dass sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen. Es ist einfach, auf das hinzuweisen, was nicht funktioniert, aber ohne tragfähige Alternativen fühlen sich Betreuende verloren und überfordert.

In diesem Kapitel werden wir uns damit befassen, was wir stattdessen tun können. Wir werden Strategien und Ansätze kennen lernen, die auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit FASD abgestimmt sind und so dazu beitragen, Bindung, Verständnis und eine wirksamere Unterstützung zu fördern.

Warum Konsequenzen nicht wirksam sind

Lasst uns mal schauen, warum das Modell von Konsequenzen/Bestrafung bei Kindern mit FASD nicht gut funktioniert, indem wir die Fähigkeiten untersuchen, die für die Wirksamkeit dieser Ansätze erforderlich sind. Wie in Kapitel 4 beschrieben, zählen Schwierigkeiten in der Impulskontrolle, im Arbeitsgedächtnis und in den exekutiven Funktionen zu den häufigen Symptomen von FASD – allesamt entscheidend für das Verständnis und die Anwendung von Konsequenzen.

Impulssteuerung und Enscheidungsfindung

Impulskontrolle ist eine grundlegende Fähigkeit, die notwendig ist, damit Konsequenzen wirken können. Neurotypische Menschen haben oft die Fähigkeit, innezuhalten, nachzudenken und mögliche Ergebnisse abzuwägen, bevor sie handeln. Wenn ich zum Beispiel überlege, ob ich noch mehr Kekse essen soll, durchläuft mein Gehirn einen schnellen, unbewussten Prozess:

1.     Die eigenen Grenzen anerkennen: Ich habe bereits fünf Kekse gegessen; das reicht.

2.     Gewichtsziele: Ich versuche abzunehmen, und mehr Kekse zu essen hilft dabei nicht.

3.     Rationalisierung: Aber ich möchte wirklich ein paar Schokoladenkekse; vielleicht habe ich mich verzählt, wie viele ich schon hatte.

4.     Rechtfertigung: Ich habe heute einen langen Spaziergang gemacht, also habe ich es mir verdient.

Dieses Hin und Her kann nur Sekunden dauern, spiegelt jedoch eine Reihe kognitiver Schritte wider. Manchmal widerstehe ich der Versuchung und lasse den Keks liegen. Ein anderes Mal rechtfertige ich mich, noch einen zu nehmen. In beiden Fällen funktioniert mein Gehirn auf eine Weise, die es mir erlaubt, meine Entscheidungen zu bewerten. Ich bin in der Lage, die Optionen abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen.

Bei Kindern und Jugendlichen mit FASD findet dieser reflexive Prozess selten statt. Ohne ausgeprägte Impulskontrolle handeln sie möglicherweise nach ihren unmittelbaren Bedürfnissen, ohne mögliche Konsequenzen zu bedenken. Eine Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde – wie nach einem Keks zu greifen, einen Gegenstand zu nehmen oder eine Lehrkraft anzuschreien – geschieht, bevor sie überhaupt realisieren, was sie tun.

Die fehlenden Schritte

Wenn neurotypische Menschen vor einer Entscheidung stehen, beschäftigen sich ihre Gehirne mit Prozessen wie der Bewertung von Konsequenzen, dem Vergleich vergangener Erfahrungen und der Vorhersage zukünftiger Ergebnisse. Kindern mit FASD fehlt diese Fähigkeit oft wegen Beeinträchtigungen ihrer Gehirnfunktion. Ihr Verhalten ist nicht das Ergebnis von willentlichem Ungehorsam, sondern von der Unfähigkeit ihres Gehirns, innezuhalten und die Situation zu durchdenken.

Deshalb ist es unrealistisch, bei Menschen mit FASD auf die Wirksamkeit von Konsequenzen zu setzen. Ihr Gehirn durchläuft nicht automatisch den schrittweisen Prozess, der nötig ist, um Handlungen mit Ergebnissen zu verknüpfen. Für sie ist es daher nahezu unmöglich, dass Bestrafung zukünftiges Verhalten wirksam verhindert. Statt das Lernen zu fördern, steigern Konsequenzen oft Frustration und Angst – sowohl beim Kind als auch bei den Eltern.

Arbeitsgedächtnis und die Unwirksamkeit von Konsequenzen

Lasst uns ein weiteres Beispiel anschauen, um zu verdeutlichen, wie das Arbeitsgedächtnis die Fähigkeit aus Konsequenzen zu lernen, beeinflusst. Stell dir vor, du fährst zu schnell auf einer Autobahn, auf der du vor etwa einem Jahr einen Strafzettel erhalten hast. Hier ist der innere Konflikt, der dir durch den Kopf gehen könnte:

1.     Ich werde nicht jedes Mal erwischt, wenn ich zu schnell fahre, also werde ich diese Mal wahrscheinlich davonkommen.

2.     Ich hasse es wirklich, zu spät zu kommen; schneller zu fahren hilft mir, Zeit aufzuholen.

3.     Aber wenn ich noch einen Strafzettel bekomme, könnte meine Autoversicherung teurer werden.

4.     Ich bin tatsächlich ein sicherer Fahrer, selbst wenn ich zu schnell fahre.

5.     Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dieser Autobahn ist sowieso zu niedrig.

Selbst mit einem voll funktionsfähigen Gedächtnis jongliert das Gehirn diese widersprüchlichen Gedanken. Mal gewinnt das logische Argument; ein anderes Mal übernimmt das emotionale Bedürfnis, pünktlich zu sein.

Für jemanden mit FASD sieht dieser Prozess ganz anders aus. Schwierigkeiten im Arbeitsgedächtnis bedeuten, dass die Details vergangener Erfahrungen – wie die Konsequenzen eines früheren Strafzettels wegen Geschwindigkeitsüberschreitung – im entscheidenden Moment weniger abrufbar sind. Sie erinnern sich vielleicht vage daran, wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in Schwierigkeiten geraten zu sein, werden diese Erfahrung jedoch nicht mit ihrer aktuellen Situation verknüpfen.

Wenn ein Mensch keine Erinnerungen an vergangene Konsequenzen speichern oder abrufen kann, wie können wir dann erwarten, dass diese Konsequenzen sein zukünftiges Verhalten beeinflussen?

Die Rolle von Frustration und Missverständnis

Ich habe mit unzähligen Familien gearbeitet, die mit dieser Dynamik zu kämpfen hatten. Ein Fall bleibt mir lebhaft in Erinnerung: Ich saß mit einem Ehepaar im Wohnzimmer und erklärte ihnen, wie das Gehirn ihrer Tochter funktioniert und warum sie mit herausforderndem Verhalten konfrontiert waren. Während ich sprach, wurde der Vater sichtlich frustriert. Er schlug mit der Faust auf den Couchtisch und schrie: „Ich weigere mich, meine Erwartungen zu senken!“

Ich erwiderte ruhig: „Gut! Wir senken die Erwartungen nicht; wir passen sie an das Kind an, das Sie erziehen. Würden Sie von einem blinden Kind erwarten, ein Buch zu lesen, das nicht in Brailleschrift geschrieben ist? Nein, natürlich nicht. Von Ihrer Tochter, die eine versteckte Schädigung des Gehirns hat, Dinge zu verlangen, zu denen sie nicht in der Lage ist, ist genau dasselbe. Wir senken keine Erwartungen – wir passen sie an ihre Bedürfnisse an.“

Diese Analogie schien anzukommen, und ich konnte die Veränderung im Verständnis des Vaters sehen. Erwartungen anzupassen, bedeutet nicht, aufzugeben oder sich mit weniger zufriedenzugeben; es geht darum, das Kind dort abzuholen, wo es steht, um seine Entwicklung bestmöglich zu unterstützen. 

Das große Ganze

Wenn Bezugspersonen verstehen, dass die Schwierigkeiten ihres Kindes auf hirnorganischen Unterschieden und nicht auf vorsätzlichem Trotz beruhen, können sie mit Fragen der Erziehung und des Lernens einfühlsamer und wirksamer umgehen. Anstatt auf Konsequenzen zurückzugreifen, die nicht wirken, können sie sich auf Strategien konzentrieren, die Fähigkeiten aufbauen und Beziehungen stärken. In den folgenden Abschnitten werden wir tiefer in praktische Ansätze eintauchen, die über das Bestrafungsmodell hinausgehen.

Wenn ich mit Eltern darüber spreche, sich von Konsequenzen zu lösen, ist einer der häufigsten Einwände, die ich höre: „Müssen sie nicht trotzdem zur Rechenschaft gezogen werden?“ Das kommt von einem aufrichtigen Wunsch, Verantwortung zu vermitteln und dem Kind zu helfen, sein Verhalten zu verändern. Die Realität ist jedoch: Wenn Konsequenzen nicht wirken, ist ihre fortgesetzte Anwendung nur Zeitverschwendung. Wir verschwenden Zeit und Energie, ohne das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Ein weiterer häufiger Kommentar ist: „Aber sie werden in der Welt da draußen mit Konsequenzen konfrontiert, also müssen sie diese doch verstehen.“ Diese Sorge beruht auf der Angst, dass wir unsere Kinder nicht ausreichend auf das Leben vorbereiten und damit ihr Scheitern riskieren, wenn wir ihnen den Umgang mit realen Konsequenzen nicht vermitteln.

Den Fokus verlagern

Vor Jahren äußerte eine Mutter in einer Selbsthilfegruppe genau diese Sorge. Sie teilte ihre Frustration über die Therapeutin ihrer 19-jährigen Tochter mit. Die Therapeutin, mit der sie seit Jahren zusammenarbeiteten, hatte einen neuen Ansatz eingeführt, den die Mutter als „diese Art von Heather-Forbes-Ding ohne Konsequenzen“ bezeichnete. Sie bezog sich auf ein Buch von Heather Forbes und Bryan Post, Beyond Consequences, Logic, and Control, das einen bindungs- und traumainformierten Ansatz in der Erziehung befürwortet.

Diese Mutter, die sporadisch an der Gruppe teilnahm, war sichtbar aufgebracht. Ich hatte zuvor mit dieser Familie gearbeitet, an IEP-Sitzungen teilgenommen und mich privat mit den Eltern getroffen, sodass ich einen gewissen Kontext für ihre Geschichte hatte.

Ich stellte ihr eine Reihe von Fragen – nicht, um sie herauszufordern, sondern um sie zu einer neuen Perspektive zu führen und gleichzeitig den anderen Gruppenmitgliedern die Möglichkeit zu geben, daraus zu lernen. 

Zuerst fragte ich: „Wie lange habt ihr eure Tochter schon?“

Sie antwortete: „Seit der Geburt. Wir haben sie direkt aus dem Krankenhaus geholt.“

Als nächstes fragte ich: „Seit wann nutzt du Konsequenzen?“

Sie sagte: „Wahrscheinlich seit sie zwei ist.“

Daraufhin stellte ich die entscheidende Frage: „Funktionieren sie?“

Ihre Antwort: „Nein.“

Dies war die perfekte Gelegenheit, mein Lieblingszitat zu teilen, das ich bereits früher im Buch von Walter Barbe angeführt habe: „Wenn du einem Kind etwas tausendmal erklärst und es immer noch nicht versteht, dann ist es nicht das Kind das langsam lernt.“

Die Mutter hielt an der Vorstellung fest, dass Konsequenzen irgendwann wirken würden, wenn sie nur konsequent genug bliebe oder die „richtige“ Konsequenz fände. Doch nach fast zwei Jahrzehnten war klar, dass dieser Ansatz ihrer Tochter nicht half. Hier muss die Veränderung ansetzen – nicht bei niedrigeren Erwartungen, sondern bei der Anpassung der Strategien, um das Kind dort abzuholen, wo es neurologisch in der Entwicklung steht. Diese Ansätze hatten auch ihre Beziehung stark in Mitleidenschaft gezogen. Ich hatte ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden Eltern und der jungen Erwachsenen beobachtet.

Eltern verhängen häufig Konsequenzen für Kinder, wie etwa das Wegnehmen eines Spielzeugs oder das Absagen einer Aktivität als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten. Neben diesen auferlegten Konsequenzen gibt es auch natürliche Konsequenzen. Zum Beispiel: Wenn ein Kind ein Spielzeug kaputt macht, kann es nicht mehr damit spielen, oder wenn Nachbarskinder sehen, wie es ein Geschwisterkind schlägt, wollen sie vielleicht nicht mehr mit ihm spielen.

Konsequenzen beruhen auf der Annahme, dass das Kind kognitiv in der Lage ist, die Verbindung zwischen seinen Handlungen und den daraus resultierenden Ergebnissen herzustellen. Bei vielen Menschen mit FASD oder traumatischen Vorerfahrungen besteht diese Verbindung schlichtweg nicht. Anstatt Verantwortungsbewusstsein zu fördern, verstärken Konsequenzen oft Angst, Frustration und Gefühle des Scheiterns – was es dem Kind noch schwerer macht, zu lernen.

Wenn wir das verstehen, können wir uns auf Ansätze konzentrieren, die unseren Kindern wirklich bei der Entwicklung helfen. Diese Ansätze ignorieren nicht die Verantwortung, sie definieren sie auf eine Weise neu, die mit der Funktionsweise ihres Gehirns übereinstimmt. Anstelle von starren Bestrafungen vermitteln wir durch Bindung, Beziehung und Wiederholung – und fördern damit Vertrauen und Lernen auf eine Weise, die Konsequenzen nicht leisten können.

Immer wenn ich jemanden sagen höre: „Aber sie werden in der Welt da draußen mit Konsequenzen konfrontiert, also müssen sie sie verstehen“, antworte ich stets: „Da hast du völlig recht. Unsere Kinder werden wahrscheinlich in der Schule, im Justizsystem, in Beziehungen oder im Berufsleben mit Konsequenzen konfrontiert. Aber wenn sie dann keine starke Bindung zu ihrer Familie haben, wird ihnen das weit mehr schaden.“

Warum weiterhin tun, was nicht funktioniert?

Wenn eine Strategie bei einem bestimmten Kind nicht funktioniert, warum wenden wir sie dann weiterhin an? Denk daran, wie wir mit einem weinenden Baby umgehen. Wir wechseln nicht immer wieder die Windel, wenn es immer noch unruhig ist. Wir probieren verschiedene Strategien aus – vielleicht braucht es die Flasche, möchte geschaukelt oder herumgetragen werden. Instinktiv passen wir unser Vorgehen an seine Bedürfnisse an, bis wir etwas finden, das wirkt.

Doch aus irgendeinem Grund halten viele von uns – mich eingeschlossen – an Konsequenzen als bevorzugte Erziehungsstrategie fest, selbst wenn sie durchgängig nicht funktioniert. Mein Mann und ich haben über zehn Jahre lang konsequenzbasierte Ansätze angewendet. Zugegeben, in Einzelfällen mag es funktioniert haben, aber zuverlässig war es nicht.

Aus gelebten Erfahrungen lernen

Als wir schließlich das konsequenzbasierte Denken losließen, begann sich alles zu verändern. Wir hörten auf, uns auf Strafen zu konzentrieren, und begannen, uns auf Verbindung zu fokussieren. Wir fingen an zu fragen:

●      Was braucht sie in diesem Moment?

●      Wie können wir ihr Gehirn unterstützen, damit es ihr hilft, sich zu regulieren und zu lernen?

Möchtest du direkt weiterlesen?

Hier kannst du das Buch von Barb bestellen

Und bald ist auch als Hörbuch verfügbar!


Nach oben scrollen